Knapp am Double vorbeigetanzt

Drachenbootcup Nürtingen, 29.06

von Sebastian Klimpel

Seit mehreren Jahren nun wird der Neckar gegen Ende Juni einmal im Jahr nicht nur vom dort ansässigen Ruderclub Nürtingen berudert, sondern auch von Vereinen und Unternehmen aus der Region: 32 Teams mit je 17 Mann und Frau kämpften am 29.06.19 darum den legendären Nürtinger Drachenbootcup nach Hause zu bringen!

Premiere dabei in 2019: Erstmals war ein reines TG Nürtingen Volleyball-Boot am Start, wo die Spielerinnen und Spieler sonst eher in der Vertikalen unterwegs sind, sollte es diesmal die Horizontale sein.

 

 

Bei den Nürtingern waren die Ambitionen von Beginn an hoch, ein Kaderplatz kein Geschenk, sondern das Sichtungsergebnis insgesamt dreier Trainingseinheiten. So verpasste beispielsweise der Administrator dieser Seite, J. Kunz, im Abschlusstraining sein Ticket zu buchen und musste stattdessen im Boot des Underdog „Turnerbund Neckarhausen“ untergebracht werden.

Nach der mit Spannung erwarteten Auslosung war klar, der erste Lauf am Samstag – ein reines Zweierduell, der Sieger qualifizierte sich direkt für das Viertelfinale – würde gegen die „Amtspiraten“ stattfinden. Dabei schienen die Rollen vor dem Rennen klar verteilt und die Favoritenrollen eher bei der TG. Schließlich hatte man mit D. Steck nur einen öffentlich Angestellten zu kompensieren, während die Amtspiraten sich mit 17 Aktenfräsern arrangieren mussten.

Wohl dem, der den Gegner nicht unterschätze! Unter der Wörthbrücke wurden letzte Psychospielchen gespielt, sodass der bzw. die ein oder andere TGler-in wohl mit längeren Wartezeiten beim nächsten Rathausbesuch rechnen muss…

Trotz aller Spielchen konnten die Volleyballer aber ihrer Favoritenrolle gerecht werden, mit einem fulminanten Start und einem Nicht so Fulminaten Schlussspurt hupte es nach 1:21,19, eine mittelprächtige Zeit, die aber trotzdem locker das Viertelfinale bedeutete.

Während viele Mannschaften mit der Drachenbootmeisterschaft zufrieden gewesen wären, wäre für die TG Nürtingen alles andere als das Double eine Enttäuschung gewesen: So hatte man nicht nur auf dem Wasser, sondern auch auf der Bühne beim Kostümwettbewerb einen Startplatz ergattert.

Nach langer und aufwändiger Vorbereitung sollte am Samstag die Ernte für monatelange Anstrengungen eingefahren werden. „Verhaftet wegen sexy“ war das einzig logische Motto der Volleyball-Truppe, die sich als Räuber und Gendarm zur Wahl stellten.

Gegen die opulent auffahrende Konkurrenz (Hippies mit Blumen, Piraten mit Gitarren und Men in Black mit Konfetti-Kanonen) geriet der gewollt-puristische Ansatz der TGler aber ein wenig ins Hintertreffen, so dass es leider für keinen Podestplatz reichte. Ob der geplante Oberkörperfreie Auftritt der Herren ein Icebreaker gewesen wäre steht in den Sternen.

Eben doch nur die Meisterschaft; Viertelfinale. Nicht viele sprachen vom „vorgezogenen Finale“, ging es auch gegen die Turner aus Neckarhausen, inklusive eines rachelüsternem Kunz. „Rot-Weiss-Rose, TG Ole!“ – so der wuchtige Kampfschrei unter der Wörthbrücke – und los ging es, diesmal vier Boote um zwei Halbfinaltickets.

Und abermals ließ das TG Boot fulminant den Neckar am Start vibrieren, wie von einer Welle getragen schob sich die Spitze des Bootes zur Halbzeit in Führung. Doch das Adrenalin in den Adern sorgte dafür, dass jeder ein bisschen zu viel wollte. Verzweifelt versuchte die Dame an der Trommel, M. Schöttner ihre Passagiere im Gleichtakt zu halten, doch im Angesicht das nur knappen Vorsprungs siegte die Nervosität, und man musste sich mit einem Wimpernschlag vom 80 Hundertstel an der Ziellinie den Turnern geschlagen geben. Wer weiß, was passiert wäre, hätte M. Zimmerman das Wasser nicht nur auf seine Hinterleute geschaufelt, sondern auch tatsächlich verdrängt. 1:19:45 hätten im Finale für einen Podestplatz gereicht, im Viertelfinale aber nur für den Dritten.

Unglücklich ausgeschieden, blieb den TGlern also nicht weiteres übrig, als sich wieder auf ihren Kernsport fokussieren: Doch auch hierfür waren die Voraussetzung mit einem großen Getränkewagen nahezu optimal.

Vielen Dank an den RCN für das Ausrichten des Events, das nicht nur für uns Nürtinger Vereine ein Riesenspaß ist, sondern auch die Neckarstadt Nürtingen deutlich aufwertet!